Welche Neuerungen bringt das Jahr 2017 in der Pflege?

Pflegestärkungsgesetz siehe: www.bmg.bund.de


Wie erhöhen sich die Leistungen in Verbindung mit der Tagespflege?

Die Leistungen der Tages- und Nachtpflege können neben der ambulanten Pflegesachleistung /dem Pflegegeld bzw. der Kombinationsleistung in vollem Umfang in Anspruch genommen werden.
Werden Pflegegeld (bei privater Pflegeperson) bzw. Pflegesachleistung (bei Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst) mit den Leistungen der teilstationären Pflege (Tagespflege) kombiniert, kann sich der höchstmögliche Gesamtanspruch bis auf das 2- fache des bisherigen Pflegegeldes bzw. der bisherigen Pflegesachleistung erhöhen.

 

 


Welche Vorraussetzungen müssen bestehen, um Verhinderungspflege in Anspruch nehmen zu können?

Bei Urlaub, Krankheit oder sonstiger Verhinderung der Pflegeperson können die Kosten für eine Ersatzpflegekraft geltend gemacht werden. Im Kalenderjahr stehen dafür insgesamt 1612 Euro für bis zu sechs Wochen zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderungspflege mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Ausschlaggebend ist hierbei nicht, wie lange die Einstufung durch die Pflegekasse besteht.


Ab Verwandtschaft 3. Grades werden Aufwendungen von insgesamt bis zu 1612 Euro erstattet. Die Verhinderunspflege kann auch von einer Privatperson (z.B. Nachbar), einem ambulanten Pflegedienst oder einer Pflegeinrichtung erbracht werden.


Wird die Pflege durch eine Pflegeperson übernommen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum 2. Grade verwandt oder verschwägert (Eltern, Kinder, Großeltern, Enkelkinder, Geschwister) ist oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebt, übernimmt die Pflegekasse den Betrag in Höhe des Pflegegeldes der jeweiligen Pflegestufe sowie die nachgewiesenen zusätzlichen Aufwendungen (z.B. Fahrtkosten oder Verdienstausfall).
Die Verhinderungspflege kann am Stück (z.B. über einen Zeitraum von 4 Wochen) oder zur stundenweise (über das Kalenderjahr verteilt, weniger als 8 Stunden/ Tag) Entlastung in Anspruch genommen werden.

Neu ab 01. Januar 2015:
Zusätzlich kann die Hälfte des Kurzzeitpflegegeldes (806 Euro pro Jahr) für Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden.
Verhinderungspflege kann dadurch auf max. 150% des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Der für die Verhinderungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet.


Was versteht man unter Kurzzeitpflege?

Die vorübergehende vollstationäre Betreuung in einem Pflegeheim fällt unter den Begriff „Kurzzeitpflege“. Jedoch sind nur bestimmte Einrichtungen berechtigt, Kurzzeitpflege zu erbringen. Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, besteht Anspruch auf vollstationäre Pflege in einer zugelassenen Kurzzeitpflegeeinrichtung.
Im Kalenderjahr werden die Kosten für bis zu 8 Wochen in Höhe der vereinbarten Sätze bis zu 1612 Euro übernommen. Zusätzlich kann der Betrag für Verhinderungspflege (1612 Euro pro Jahr) in vollem Umfang für Kurzzeitpflege verwendet werden.

Bei Inanspruchnahme von Kurzzeitpflege wird das Pflegegeld zur Hälfte weiter gezahlt.

Wer übernimmt die Kurzzeitpflege für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche?

Pflegebedürftige Kinder unter 25 Jahren haben einen speziellen Anspruch auf Kurzzeitpflege in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder anderen geeigneten Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.


ambulante Leistungen aus der Pflegeversicherung

Pflegegrade Geldleistung Sachleistung Entlastungsbetrag § 45b
Pflegegrad 1: - - 125 €
Pflegegrad 2: 316 € 689 € 125 €
Pflegegrad 3: 545 € 1.298 € 125 €
Pflegegrad 4: 728 € 1.612 € 125 €
Pflegegrad 5: 901 € 1959 € 125 €

Welche Kosten entstehen in vollstationären Einrichtungen?

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt die Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen für soziale Betreuung und medizinische Behandlungspflege in vollstationären Einrichtungen in folgender Höhe:

Pflegegrad 1:    125 Euro/Monat
Pflegegrad 2:    770 Euro/Monat
Pflegegrad 3:    1262 Euro/Monat
Pflegegrad 4:    1775 Euro/Monat
Pflegegrad 5:    2005 Euro/Monat


Welche Kosten muss ich in einer vollstationären Einrichtung selbst übernehmen?

  • Investitionskostenzuschuss
  • Kosten für Unterkunft und Verpflegung  (sogenannte Hotelkosten)
  • Einzelzimmerzuschlag

Was sind Pflegehilfsmittel?

Mit diesen Leistungen wird die Pflegeleistung im häuslichen Bereich gefördert, unterstützt und erleichtert.

  • Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind (z.B. Desinfektionsmittel, Betteinlagen) werden bis zu 40 € im Monat erstattet. 
  • Technische Hilfsmittel (z.B. Pflegebett) wird bei einer Pflegeeinstufung leihweise zur Verfügung gestellt

Welche Umbaumaßnahmen werden über die Pflegeversicherung übernommen?

Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes können bezuschusst werden, wenn dadurch im Einzelfall:

 

  • ­die häusliche Pflege überhaupt erst möglich wird
  • ­die häusliche Pflege erheblich erleichtert und damit eine Überforderung der Leistungskraft des Pflegebedürftigen und der Pflegekraft verhindert wird oder
  • ­eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wieder hergestellt, also die Abhängigkeit von der Pflegekraft verhindert wird.


Folgende Maßnahmen kommen in Betracht:

 

  • ­Maßnahmen, die mit wesentlichen Eingriffen in die Bausubstanz verbunden sind, z.B. fest installierte Rampen oder Treppenlift
  • ­Ein- und Umbau von Mobiliar, das entsprechend den Erfordernissen der Pflegesituation individuell hergestellt oder umgestaltet wird, z.B. motorisch betriebene Absenkung von Küchenschränken
  • ­Sonstige Maßnahmen, z.B. Anpassung an die Bedürfnisse eines Rollstuhlfahrers durch Gestal-tung eines ebenerdigen Zuganges.


Neu seit 01. Januar 2015:  
Der Zuschuss wurde von 2557 Euro auf 4000 Euro erhöht.
Mehrere Pflegebedürftige können gemeinsam für eine Immobilie den Betrag abrufen. Der Höchstbetrag beträgt 16000 Euro.

Wohnberatung:
Zusätzlich bietet das Landratsamt Haßberge eine kostenfreie Wohnberatung an.
Siehe auch: Wohnberatung


Was bedeuten Tages- und Nachtpflege? (Teilstationäre Pflege)

Ab dem 1. Januar 2015 können die Leistungen der Tages- und Nachtpflege neben der ambulanten Pflegesachleistung /dem Pflegegeld in vollem Umfang in Anspruch genommen werden.


Kann die häusliche Pflege tagsüber oder nachts nicht ausreichend sicher gestellt werden, tragen die Pflegekassen die Kosten für die Tages- bzw. Nachtpflege in einer zugelassenen Einrichtung.
Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz haben hier einen höheren Anspruch.
 

 


Welche sozialen Sicherungen bestehen für die Pflegeperson?

Um die Pflegebereitschaft im häuslichen Bereich zu fördern und den hohen Einsatz der Pflegeperson anzuerkennen, wurde die soziale Sicherung der Pflegeperson eingeführt. Die Pflegeversicherung zahlt dann Beiträge für die Rentenversicherung.

Rentenversicherungszeiten können addiert werden, wenn die Pflegeperson mehrere Pflegebedürftige (mit mindestens Pflegegrad 2) versorgt. Zusammen muss diese Pflege insgesamt mindestens 10 Stunden pro Woche betragen, verteilt auf mindestens zwei Tage.

Befindet sich der Pflegebedürftige in Kurzzeit- oder Verhinderungspflege wird die Hälfte des bisherigen Pflegegeldes weiter gezahlt.


Flexibilität bei Leistungen aus der Pflegeversicherung?

Bislang war es nur möglich, über die Pflegeversicherung Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung abzurechnen. Neu ist, dass mit dem Pflegedienst ein Zeitkontingent vereinbart werden kann. Die Leistungen, die dann erbracht werden sollen können mit dem Pflegedienst verhandelt werden (z.B. Spazieren gehen).


Wann habe ich Anspruch auf eine Pflegeberatung?

Die Pflegekasse hat nach Eingang eines Antrages dem Antragsteller einen Beratungstermin innerhalb von zwei Wochen – auf Wunsch auch zu Hause – anzubieten oder – sollte das nicht möglich sein – einen Gutschein auszustellen, der bei einer qualifizierten Beratungsstelle eingelöst werden kann.

 

 

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