04.07.2011

Haßfurter Tagblatt: Pflegestützpunkt offiziell eröffnet


Jetzt ist es offiziell: Der Landkreis Haßberge gründet als einer der ersten Landkreise in Bayern einen Pflegestützpunkt. Gemeinsam durch Landrat Rudolf Handwerker und AOK-Direktor Frank Dünisch erfolgte am Montagnachmittag die Unterzeichnung der Vertragsurkunde.

 

Die zentrale Zielsetzung lautet: „Stütze im Alter und bei Pflegebedürftigkeit.“ „Eine besondere Herausforderung stellte die doppelte Trägerschaft über die Kommune und die Pflegekassen dar“, erläuterte der Landrat angesichts der nicht ganz einfachen Gestaltung der Gründung. „Unterstützung kam seitens der AOK Bayern, um das theoretische Konstrukt mit Leben zu erfüllen“, so Handwerker.

 

Nicht nur zur Beruhigung der Mitarbeiter, wie Handwerker schmunzelnd bemerkte, sondern um die zentrale Lage zu bündeln, befindet sich die Anlaufstelle für den Pflegestützpunkt im Landratsamt. Mit einem multiprofessionellen Team besetzt, stehen immer eine Pflegeberaterin und eine Fachkraft des öffentlichen Pflegemanagements bereit. Die Sprechzeiten und die räumliche Ansiedlung sind gekoppelt mit der Fachstelle für pflegende Angehörige, der gesetzlichen Betreuungsstelle sowie dem Behindertenbeauftragten. Handwerker verwies ferner auf weitere Schnittstellen zu anderen Diensten im Haus, um die Arbeit des Pflegestützpunktes zu ergänzen.

 

 „Kurze Wege bei komplexen Anliegen und Begleitung der Hilfesuchenden so lange wie nötig“, legte der Landkreischef als Vorteile der gebündelten Kompetenzen vor. „Der Beratungsbedarf in diesem Bereich ist vorhanden und wird in den nächsten Jahren noch steigen“, betonte Handwerker. So stelle der Pflegestützpunkt neben anderen Maßnahmen bezüglich eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes einen wichtigen Schritt hinsichtlich des demografischenWandels dar.

 

„Die Bürger können sich flächendeckend, egal bei welcher Kasse sie versichert sind, Informationen und Beratung rund um das Thema Pflege kostenfrei abrufen“, betonte AOK-Direktor Frank Dünisch. Neben Haßfurt gibt es in Bad Neustadt und  Schweinfurt einen Pflegestützpunkt. Dünisch bezeichnete die zehn Stützpunkte in Bayern als recht „grobmaschig“. Der AOKDirektor kehrte den Vorteil des Stützpunktes als Orientierungshilfe und Unterstützung im Dschungel von Dienstleistungen heraus. Es gehe ihm um die Schaffung von  Vernetzungen und Bündelungen von Pflegeangeboten. Als wesentliches Versorgungsdefizit Pflegebedürftiger bezeichnete er den Informationsmangel: „Genau an dieser Stelle knüpfen die neuen Pflegestützpunkte an.“ Als Ergebnis präsentiert sich eine unabhängige Beratung mit einer individuellen Versorgungssteuerung zum Wohle der Angehörigen und Pflegebedürftigen.

 

Als Ansprechpartnerin ging die Diplompflegewirtin Tina Lenhart auf Details des Pflegestützpunktes ein, der als Lotse durch den Pflegedschungel führt. „Der Pflegestützpunkt ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen, die sich aus dem Themenkomplex Pflege und Pflegeversicherung ergeben“, betonte Lenhart. Ein weiteres Ziel des Stützpunktes sei es, die Homepage zu erweitern, um den Senioren die Suche von zu Hause aus zu erleichtern.


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