06.12.2016

Top-Zukunftschancen in der Pflegebranche

„Pflege on Tour“ von Projekt Zukunftscoach und Pflegestützpunkt startet in die dritte Runde


Foto: vhs

Mit Vorurteilen aufräumen und verdeutlichen, wie sehr der Landkreis Haßberge künftig auf Pflegekräfte angewiesen ist – das sind in aller Kürze die Ziele, die das Projekt Zukunftscoach an der vhs Landkreis Haßberge und der Pflegestützpunkt des Landkreises Haßberge mit ihrer Initiative „Pflege on Tour“ verfolgen.


Seit 2014 konnten schon über 300 Schüler „on Tour“ erleben, wie der Alltag von Altenpflegefachkräften in verschiedenen Pflegeeinrichtungen aussieht. Den Auftakt für das diesjährige Schuljahr machte die 9B der Mittelschule Haßfurt im Caritas Pflegeheim St. Bruno, ebenfalls in Haßfurt. Auch Landtagsabgeordneter Steffen Vogel, im Bayerischen Landtag Mitglied in den Ausschüssen „Gesundheit und Pflege“ und „Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration”, wollte sich vor Ort über die Nachwuchsinitiative informieren.


Vor Ort begrüßten Einrichtungsleiterin Heike Ehlert und Gerontofachkraft Yvonne Schüll die Klasse mit ihrer Lehrerin Frau Hendel. Schon ein paar Tage zuvor haben sich die Schüler im Unterricht mit dem Altenpflegeberuf befasst. „Der Tour ist ein Unterrichtsbesuch vorgeschaltet, in dem wir die Initiative vorstellen und Fragebögen verteilen. Die Fragebögen werden „on tour“ aufgegriffen, offene Fragen daraus beantwortet und so manche Vorurteile richtig gestellt“, erläutert Tina Büdel vom Projekt Zukunftscoach den Ablauf. So wird der Verdienst gegenüber anderen Berufsgruppen meist zu niedrig, die Häufigkeit von Wochenend- und Nachtdiensten jedoch zu hoch eingeschätzt.


Während der Führung durch die Einrichtung fasst Steffen Vogel eine Grundidee zusammen, die den Schülern vermittelt werden soll und die auch für die Zukunft der Landkreisbevölkerung entscheidend ist: „Eines ist sicher: Pflegefachkraft ist ein Beruf mit Zukunft. Ihr müsst Euch nie Sorgen machen, ob Ihr arbeitslos werdet und Ihr seid täglich mit Menschen zusammen, die Euch viel Wertschätzung zurückgeben und dankbar sind für Eure Arbeit“, motivierte der Abgeordnete die jungen Schüler sich für den Beruf zu interessieren.
Während jeder Tour werden praktische Übungen aus dem Pflegealltag durchgeführt, um spielerisch Wissen zu vermitteln. Im Pflegeheim St. Bruno erfahren die Schüler heute am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, per Kran in die Badewanne gehievt zu werden. Auch dürfen sich die Schüler gegenseitig Joghurt eingeben und mit Rollstühlen im Park spazieren üben, was für einige Lacher sorgt. Wichtig ist, dass die Schüler Einblick in den Alltag eines Pflegebereichs erhalten und so auch in Kontakt mit den alten Menschen kommen, findet Sandra Göbel vom Pflegestützpunkt Haßberge. So können Vorurteile über den Pflegeberuf abgebaut und die Hemmschwelle herabgesetzt werden. Es sind Eindrücke, wie das Fluchen beim Mensch-ärger-dich-nicht-Spielen oder die Kommentare zur aktuellen Tagespresse – ein ganz normaler Alltag eben.


In der Klasse interessieren sich bereits einige junge Menschen für den Pflegeberuf. Darleen hat schon die Zusage für einen Ausbildungsplatz in einer Pflegeeinrichtung im Landkreis Haßberge: „Man hat Kontakt zu Menschen. Und man kann etwas zurückgeben an die Generation, die vor einem lebt.“ Ihr Mitschüler Lawand, der vor einem Jahr nach Deutschland kam, kann gut mit Menschen umgehen und hat inzwischen ein Praktikum in einer nahe gelegenen Pflegeeinrichtung absolviert. Auch Yvonne Schüll vom Pflegeheim St. Bruno geht am Ende der Tour noch einmal auf die Top-Jobchancen in der Pflegebranche ein; auch das Pflegeheim suche jedes Jahr neue Auszubildende.


Wenn es nach dem Projekt Zukunftscoach und dem Pflegestützpunkt geht, soll die Initiative Pflege on Tour künftig fortgeführt werden. Für dieses Schuljahr sind aktuell zwei weitere Touren in Planung. Da qualifizierte Nachwuchskräfte in der Pflegebranche weiterhin gesucht werden, bleibe dieses Thema auf jeden Fall aktuell, so Tina Büdel. Das Projekt Zukunftscoach möchte deshalb künftig neben den Nachwuchsfachkräften auch die Zielgruppen Studienabbrecher und Unternehmensnachfolger erschließen.  


Für Fragen und weitere Infos stehen Tina Büdel vom ESF-Projekt Zukunftscoach an der vhs Landkreis Haßberge e.V. unter 0152-22932160 und Sandra Göbel vom Pflegestützpunkt des Landkreises Haßberge unter 09521-27395 gerne zur Verfügung.